Dienstag, 31. August 2010

[Rezension] Jennifer Roberson, Die Karawane

Originaltitel: Karavans 1: Karavans
Taschenbuch, Klappenbroschur, 544 Seiten
ISBN: 978-3-442-24944-2
€ 9,95 [D] | € 10,30 [A] | CHF 17,90
Blanvalet


Inhalt (lt. Rückentext):
Die junge Audrun hat es gerade noch geschafft, sich einer Karawane anzuschließen, die sie weg von den brutalen Eroberern bringt, die ihre Heimat angegriffen haben. Jetzt reist sie an den Ort, wo Audrun nach einer mysteriösen Wiessagung ihr Kind zur Welt bringen soll. Doch der Weg der Karawane führt sehr nah an Alisanos vorbei, dem verfluchten Dämonenwald, der sich aus eigener Kraft bewegen kann. Gefährlich nah - oder vielleicht sogar zu nah...?

Zum Buch:
Audrun, Mutter von vier Kindern, hat gemeinsam mit ihrem Ehemann Davyn nur ein Ziel: Fort von der Heimat, die inzwischen Kriegsgebiet ist und an den Ort, an dem ihr fünftes Kind, mit dem sie im fünften Monat schwanger ist, laut Weissagungen geboren werden soll.
Doch der Weg dorthin ist nicht einfach. Um schneller reisen zu können, müssen sie dicht an Alisanos, dem Dämonenwald, vorbei. Und der ist dafür bekannt, Menschen zu verschlingen und zu verändern. Die Familie schließt sich einer Karawane an, doch den gefährlichsten Teil des Weges müssen sie allein zurücklegen. Glücklicherweise erklärt sich der junge Shoia Rhuan bereit, der Familie zu helfen. Schließlich kennt er Alisanos besser als jeder Mensch.

Rezeption:
Ich weiß gar nicht genau, wo ich anfangen soll. Deswegen beginne ich einfach ganz vorne:
Es ist mir nicht leicht gefallen, gleich in die Geschichte hineinzufinden - und das passiert mir wirklich so gut wie nie. Hier lag es zum Großteil daran, dass Roberson mit Perspektivenwechseln nur so um sich wirft, Wörter, Orte und Gebräuche einstreut, von denen der Leser noch gar nichts wissen kann. Das macht es einem nicht gerade einfach. Denn auch wenn sich die Autorin hier eine eigene Welt einfallen hat lassen, muss sie den Lesern doch die Chance geben, sich in das Geschehen hineinzufinden.
Hat man erst einmal die ersten fünfzig Seiten hinter sich gebracht, sollte aber diese Hürde überwunden sein. Ab da kann man sich auf die wichtigen Aspekte konzentrieren und schon zu Beginn ist deutlich geworden, dass diese Geschichte von einer Vielzahl von Charakteren lebt. Allein auf den ersten dreißig Seiten habe ich sieben der wichtigeren Charaktere gezählt... aber auch das beruhigt sich.

Ab einem gewissen Punkt, lassen sich die Charaktere leicht zuordnen und es filtert sich heraus, wer nun wirklich wichtig für die Ereignisse ist. Da wären natürlich Audrun und Rhuan, aber auch dessen (grummeliger) Verwandter Brodhi, die Handleserin Ilona und diverse Quasi-Nebencharaktere wie Bethid (eine Kurierin), Mikal (ein Wirt), Ferize (Brodhis Frau und Dämonin), Audruns Kinder usw., die auch immer mal wieder zu Wort kommen.
Tatsächlich werden die Erzählstränge von Rhuan und Brodhi dominiert, die zwielichtige Gestalten sind. Von ihnen weiß man nicht viel, man erfährt nicht viel (aber doch mehr als die übrigen Charaktere). Die beiden sind keine Menschen, sondern Shoia, wie sie behaupten. Sie verfolgen ganz eigene Rituale und sind auf einer Art Pilger-Reise, die sie in der Welt der Menschen verbringen müssen. Danach soll über sie gerichtet werden und sie haben eine Entscheidung zu fällen - allzu viel erfährt man darüber nicht.
Die beiden Shoia sind außerdem so unterschiedlich, wie es nur geht. Wo Rhuan freundlich ist und versucht, auf die Menschen zuzugehen, ist Brodhi mürrisch und zurückgezogen. Für ihn ist die Reise in der Welt der Menschen unzumutbar, während Rhuan die Menschen wirklich kennen lernen möchte.
Mir war Rhuan von Anfang an sympathisch, denn er hat Humor und eine fröhliche Natur, birgt aber hinter dieser Fassade so einige Geheimnisse. Für Menschen, die er mag, fühlt er sich verpflichtet und vom ersten Moment an entwickelt er auch eine Art Beschützerinstinkt gegenüber der schwangeren Audrun. Er ist freundlich und verständnisvoll gegenüber den Kindern und denkt erst an andere.
Brodhi ist da ein ganz anderes Kaliber, dennoch ein interessanter Charakter. Er ist hochmütig und zeigt das auch gerne. Für das Leiden, die Trauer und überhaupt die Gefühle der Menschen bringt er kein Verständnis auf. Nur gegenüber Ferize zeigt er Emotionen. Seine Herkunft bedeutet für ihn, dass er über den Menschen steht.
Abgesehen von diesen beiden, sind auch die restlichen Charaktere gut ausgearbeitet und besonders positiv überrascht war ich von der eher untypischen Protagonistin. Schließlich ist Audrun nicht irgendeine holde Jungfrau in Nöten oder eine kampferprobte Amazone. Sie ist die fürsorgliche Mutter von vier Kindern, führt ein anständiges Leben mit ihrem Mann und bis zum Krieg hat sie gemeinsam mit ihrer Familie den Bauernhof bestellt. Sie ist eine einfache Frau, der die Familie über alles geht.

Der Handlungsaufbau geschieht nur schleichend - zumindest habe ich nicht viel davon mitbekommen. Zwar wird über die Reise der Karawane berichtet, über Brodhi und dessen Machenschaften und über den Alltag von Audruns Familie, aber so richtig voran will es nicht gehen. Die richtige Action kommt erst auf den letzten hundert Seiten auf. Was nicht heißt, dass es davor langweilig zugehen würde - nur dass sich nicht viel getan hat, merkt man am Ende doch recht stark. Das Ende des ersten Teiles lässt allerdings darauf hoffen, dass es im zweiten gleich zur Sache geht.
Spannungselemente gibt es ein paar, aber wie gesagt, wirklich interessant ist dann das Ende.
Der Erzählstil ist dabei sehr angenehm gewählt, die Perspektivenwechsel sind nicht störend (außer zu Beginn) und alles lässt sich sehr flüssig lesen. Manchmal steht man allerdings ein wenig ahnungslos da, denn Roberson lässt einige Fragen offen.

Schön und wirkungsvoll dargestellt ist der Dämonenwald Alisanos. Ein wenig habe ich mich an den Wald aus den Arthus-Legenden erinnert gefühlt. Alisanos ist als lebendes Wesen dargestellt, unvorstellbar in seiner Macht und unvorhersehbar, was seine Ziele angeht. Der Wald bewegt sich nach vierzigjähriger Ruhe wieder. Man weiß von ihm nur, dass wer sich in ihm verirrt, entweder nie zurückkommt, oder nur so verändert, dass nicht menschliches mehr vorhanden ist.
Dieser urgewaltigen Macht müssen sich Audrun und ihre Familie stellen, auch wenn sie bis zum Schluss nicht wirklich wissen, worauf sie sich einlassen. Auch das wird wohl noch recht interessant werden, bedenkt man, dass der zweite Teil "Im Dämonenwald" genannt worden ist.

"Die Karawane" beginnt etwas holprig, doch hat man sich erst eingelesen, entwickelt es sich zu einer schönen und sehr innovativen Geschichte. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Zur Autorin:
Jennifer Roberson, geboren 1953, ist Journalistin und Autorin von mehr als 20 Romanen, unter anderem von zwei sehr erfolgreichen Fantasy-Zyklen, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Sie war eng mit Marion Zimmer Bradley befreundet und lebt heute in der Nähe von Phoenix, Arizona, wo sie an einer neuen groß angelegten historischen Fantasy-Saga arbeitet.Jennifer Robersons »Cheysuli«-Saga zählt zu den besten, wichtigsten und originellsten Zyklen der modernen Fantasy.







Herzlichen Dank an
Blanvalet

Montag, 30. August 2010

Ab September wird's bei Lyx schaurig-schön!

Lyx baut aus - und zwar mit einem eigenen Sub-Genre, das "Romantic Thrill" heißen wird. Im September startet der romantische Nervenkitzel, seit einigen Tagen gibt es dazu auch ein Gewinnspiel.


LYX goes Romantic Thrill – gehen Sie mit!
Entdecken Sie unsere neuen Bücher, die Sie mitfiebern, mitleiden und vor allem mitlieben lassen!

LYX, das “fantastische Label” der EGMONT-Verlagsgesellschaften, entwickelte sich seit seiner Gründung im September 2007 in kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten deutschen Fantasy-Verlage (aktuell über 1.500 Follower auf Facebook). Der gelungene Mix aus frechen Frauen- und Liebesromanen in Verbindung mit fantastischen Elementen fand schnell Anklang bei der – zum größten Teil weiblichen – Leserschaft. Doch sind es wirklich nur die Vampire, Werwölfe und Gestaltwandler, die für diesen Erfolg sorgen?
Wir glauben, dass sie mit Sicherheit ein großer Teil des Erfolgsrezepts sind, aber nicht der einzige! Unsere Leserinnen schätzen in erster Linie spannende Geschichten, starke Helden und prickelnde Gefühle, und die wollen wir nun erstmals völlig diesseits der Fantasy vorstellen, und zwar in einem neuen Sub-Genre: dem „Romantic Thrill“.
Ab September 2010 präsentiert LYX hier seine neue Mischung aus Liebesroman und Thriller: humorvolle, schicksalsträchtige und leidenschaftliche Geschichten, in denen starke Helden die Liebe ihres Lebens finden und für die Frau ihres Herzens alles riskieren.

Zum Start des neuen Sub-Genres wartet der Verlag mit einer eigenen Microsite auf: unter www.romantic-thrill.de gibt es die neuesten Infos zum Genre, Trailer, Audiomaterial, Autoreninterviews, Gewinnspiele und vieles mehr!

Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der Bodyguards, Polizisten, Kunstdiebe, Agenten und Firefighters – Gänsehaut und Herzklopfen sind garantiert!

Weitere Infos auch auf www.romantic-thrill.de, www.egmont-lyx.de/facebook und natürlich auf www.egmont-lyx.de

Lyx-Pressemitteilung, 30. August 2010

[Blogger-Mysterium] Die Zweite

EDIT: Komisch... ich hab's grad nochmal überprüft und bisher hat das alles super geklappt - jetzt scheint das mit dem Code aber nicht mehr zu gehen... ich lass mir noch was einfallen ^^ 
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Edit 2: Irgendwie lässt mich der Blog im Stich... T-T - Ich kann euch nur raten, euch bei anderen Teilnehmern zu erkundigen. Es gibt nämlich tatsächlich noch einen ganz einfach weg, zur dritten Hürde zu gelangen, wofür ihr so gut wie gar nichts tun müsst. Dem aufmerksamen Beobachter müsste das recht bald auffallen.
Für alle anderen: Schickt mir den Lösungscode per Mail, dann schick ich euch in die richtige Richtung :)

Soha, wie versprochen, geht es jetzt mit dem Mysterium weiter. Bei der ersten Hürde habt ihr euch ja schon gut angestellt und hier wird es euch sicher genauso gehen :)

Diesmal möchte ich, dass ihr fünf Fragen beantwortet - aber die Antwort braucht ihr hier nicht zu posten. Die Buchstaben, die der richtigen Antwort zugeordnet sind, ergeben einen Code, der euch dann direkt zur dritten Hürde befördert. Ich zähl einfach mal drauf, dass ihr wisst, was dann mit dem Code zu tun ist. (Und nein, ihr schreibt kein Mail an mich :D)

Frage 1:
Welche Aktion hat sich Pan zum Release der deutschen Ausgabe von Kelley Armstrongs "Schattenstunde" einfallen lassen?
(O) Ein Werbetransparent auf einem Hochhaus
(H) Einen Video-Wettbewerb
(M) Die öffentliche Nachstellung einer Szene aus dem Buch

Frage 2:
Wie viele Teile hat Anne Bishops "Schwarze Juwelen"-Reihe bisher in der deutschen Übersetzung?
(E) Sieben
(K) Drei
(L) Fünf

Frage 3:
Wer ist Autor von "Beautiful Creatures" oder zu Deutsch auch "Sixteen Moons"?
(X) Margaret Stohl
(I) Kami Garcia
(T) Lauren Kate

Frage 4:
Bei welchem Verlag arbeitet die überaus nette Frau Blümcke?
(O) Pan
(J) Arena

Frage 5:
Unter welchem Übertitel läuft Jason Lethcoes "Wings"?
(Z) Die garstige alte Oma
(B) Der tollwütige Hund
(Ü) Der mysteriöse Mr. Spines

Bumm!

Sonntag, 29. August 2010

Eine kleine Vorschau

auf die Bücher, die ich in nächster Zeit lesen möchte - und somit auch rezensieren werde.

Selbstverständlich haben Rezensionsexemplare Vorrang und diese hier stehen momentan in meinem Rezi-Fach:
 Abgesehen davon habe ich ja - wie wahrscheinlich bekannt ist - einen nicht allzu kleinen SuB. Ich habe mir jetzt mal einige Bücher rausgesucht, die ich davon in nächster Zukunft lesen möchte (und es handelt sich leider wirklich nur um einen Bruchteil). Die da wären:
Dazwischen werden zwar einige Rezi-Exemplare bei mir eintrudeln, aber im Grunde ist das der Plan :) Betrachtet euch als vorgewarnt!

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Die alten Cover der Otherworld-Romane von Kelley Armstrong:
Die unteren zwei Reihen sind die Cover der deutschen Übersetzungen, erschienen bei Droemer/Knaur. Da habe ich auch noch die alten Cover, die ich ebenso wie die englischen sehr viel schöner finde als die der Neuauflagen. Mir fehlt auf englisch "Industrial Magic", allerdings habe ich das auf deutsch (Pakt der Hexen).

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Außerdem: Das Blogger-Mysterium
Ich arbeite an Schritt zwei, wann immer es meine Zeit erlaubt. Heute oder morgen wird es also weitergehen!

Blog-Award

Danke an Daniel, Kuschel, Aiyana ,Vyoletta, Sophia , Anette und Saskia für die Nominierung!
Bedingungen sind,
10 Dinge aufzuzählen, die man gerne macht und
10 andere Blogs nominieren

Dinge, die ich gerne mache:
  1. lesen
  2. tagträumen
  3. vor mich hin summen
  4. an neuen Büchern riechen
  5. Zeit mit meinen Freunden verbringen (DVD-Abende, Blödsinn machen oder gemeinsam die nächste Buchhandlung stürmen)
  6. an meinen Geschichten schreiben (wenn ich die Zeit dazu habe)
  7. Listen führen
  8. lachen
  9. sarkastische Bemerkungen in ein Gespräch einbauen
  10. und natürlich bloggen.

Zur zweiten Bedingung... da erst letztens ein Award in Umlauf war, der von mir wollte, dass ich 10 Blogs nominiere, verzichte ich diesmal darauf, weil es sowieso alle Blogs verdient haben, die ich verfolge. Also: Schnappt ihn euch einfach!

Samstag, 28. August 2010

[Hörbuch-Rezension] Jacquelyn Frank, Jacob (Schattenwandler 1)

Sprecherin: Tanja Geke
Laufzeit: 315 Minuten
ISBN: 978-3-8398-1046-0
4 CDs in Multibox
Autorisierte Lesefassung

Inhalt:
Seit Anbeginn der Zeiten gibt es die geheimnisvollen Schattenwandler. Die Liebe zu Sterblichen ist ihnen verboten, und ein Mann wacht darüber, dass dieses Gesetz niemals gebrochen wird: Jacob. Jahrhundertelang widerstand er jeglicher Versuchung. Doch als er die schöne Bibliothekarin Isabella rettet, flammt ein Begeheren in ihm auf, das er nie zuvor gekannt hat. Und nun ist es Jacob selbst, der das eherne Gestz der Schattenwandler bricht.

Rezeption:
Mit ihrer Schattenwandler-Reihe erschafft Jacquelyn Frank eine faszinierende und fantastische Welt. Sie lässt sich ein etwas anderes Repertoire einfallen, nämlich eines voller Dämonen, Nekromanten und Druiden.
In dieser Welt ist es an dem Dämon Jacob, dafür zu sorgen, dass keine Beziehungen zwischen Dämonen und Menschen zustande kommen und Dämonen zu jagen, die "abberufen" worden sind.

Gerade die Idee der "Abberufung" ist interessant und auch spannend geschildert. Nekromanten können Dämonen für ihre Zwecke nutzen, wenn sie den wahren Namen eines Dämons herausfinden. Die Abberufenen verwandeln sich in willenlose Bestien, die Jacob zur Strecke bringen muss, bevor sie all zu viel Schaden anrichten können.
Auf der Suche nach so einem Dämon trifft Jacob auf die Bibliothekarin Isabella, von der bald klar wird, dass sie mehr ist, als nur eine einfache junge Frau. Jacob fühlt sich zu ihr hingezogen (wie auch sie sich zu ihm) und ist kurz davor, sein eigenes Gesetz zu brechen. Und so nimmt er sie kurzerhand mit zum Dämonenkönig Noah und dessen Schwester Magdalegna.
Der Königshof der Dämonen ist kein klassischer. Noah herrscht als Autoritätsperson über die gesamte Dämonenschaft, trifft Entscheidungen und erteilt Befehle. Ihm zur Seite steht seine Schwester Magdalegna, die bald eine gute Freundin von Isabella wird und schnell erkennt, dass da etwas Außergewöhnliches zwischen Jacob und Bella vorgeht.

Die Dämonen verfügen über verschiedene Fähigkeiten. So beherrscht Jacob das Element Erde, Noah das Feuer, Magdalegna ist ein Dämon des Geistes und der später auftretende Gideon ein Körper-Dämon. Damit gehen eigene Kräfte einher, die sich immer wieder als nützlich erweisen. Die Idee ist gut, aber wie leider so oft bei romantisch-orientierter Fantasy, nicht allzu genau ausgeführt. Aber das kann sich in den Folgebänden ja noch ändern.

Ebenfalls nicht allzu einfallsreich ist die Offenbahrung, dass Isabella und Jacob für einander bestimmt sind, da sie eine Prophezeiung erfüllen müssen. Da hat Frank ein wenig in die Rahmenhandlungs-Kiste gegriffen und zu der wirklich guten Idee der Dämonenwelt ein wenig Unkreativität einfließen lassen. Aber da auch die Prophezeiung weder sonderlich aussagekräftig, noch wirklich wichtig für die weitere Handlung ist, passt das irgendwie zusammen.

Was stimmt, ist die Chemie zwischen Jacob und Isabella. Der raue Typ entdeckt seinen weichen Kern, als er die Frau seines Lebens kennen lernt - nicht neu, aber immer wieder schön zu lesen. Isabella wird dank Jacob aus ihrem tristen Leben gerissen und danach von einem Abenteuer ins nächste geschleudert. Natürlich mangelt es nicht an erotischer Spannung und viel Vorspiel, wobei der tatsächliche Akt ein wenig auf sich warten lässt. Was auch daran liegt, dass Jacob ihre Unschuld schützen will... Man merkt es schon, hier gibt es einige Klischees, die waren allerdings zu erwarten und tun dem Hörgenuss keinen Abbruch.

Jacob ist einige jahrhunderte alt, dementsprechend schon etwas abgebrüht und nicht gerade ein Beziehungsmensch. Sein Leben hat er seiner Aufgabe als Vollstrecker gewidmet und dabei gedachte er auch zu bleiben, bis Isabella ihm über den Weg lief. Ab dem Moment wird sein Charakter etwas facettenreicher, wenn auch nicht sehr viel. Von Charakterentwicklung kann man leider so gut wie gar nicht sprechen.
Ebenso wenig Entwicklung gibt es bei Isabella. Die entwickelt zwar mit einem Mal Superkräfte, gibt sich aber immer noch so naiv wie zuvor. Das passt nicht ganz zusammen und kann dann und wann auch schon mal auf die Nerven fallen. Der Fokus liegt hier eindeutig auf der Liebesgeschichte und nicht auf Charaktertiefe.
Ein Charakter, der es mir aber gleich angetan hat, war Gideon, der im zweiten Teil der Reihe seine Geschichte erzählen wird. Er ist brummig, dabei aber auch witzig und vor allem sehr eigenwillig. Wie das mit der ebenfalls etwas seichten Magdalegna zusammen passen soll, werde ich dann wohl in Gideon sehen.

In der Masse der Vampir-Erotik kommt die Schattenwandler-Reihe jedenfalls richtig gut - abwechslungsreich vom Setting und voller schöner Männer. Erzählstil und Liebesgeschichte stimmen, die Handlung zum größten Teil auch. Nur an den Charakteren mangelt es.

Tanja Geke versteht es zudem, das Geschehen richtig in Szene zu setzen, man kann schön zwischen verschiedenen Charakteren unterscheiden und auch Bellas Naivität weiß sie gut darzustellen.
Was mich allerdings gestört hat, war die falsche Aussprache des Wortes "Samhain", das in etwa wie "Sawuin" klingen sollte, von der Sprecherin aber einfach wie gedruckt gesprochen wurde. Gerade bei einem keltischen Wort wäre ein wenig Recherche vielleicht nicht schlecht gewesen. Aber das nur als kleines Detail am Rande, das außer mir wohl niemanden sonst stören wird.

Jacob ist sicher ein guter Griff für Liebhaber romantischer Fantasy, die gerne auch mal auf Vampire verzichten können. Weltbewegendes darf man hier aber nicht erwarten.


Zur Autorin:
Jacquelyn Frank wurde in New York geboren und lebt heute mit ihren Katzen in einem großen Haus in North Carolina. Zu ihren Lieblingsautorinnen gehören Christine Feehan, J. R. Ward, Kresley Cole und Sherrilyn Kenyon. 

Zur Sprecherin:
Tanja Geke ist in verschiedenen Film- und Fernsehrollen zu sehen, u.a. in Rosa Roth und Neues vom Bülowbogen. Sie leiht ihre warme, ausdrucksstarke Stimme u. a. Kate Hudson und Eva Green und ist eine vielseitige Hörbuchsprecherin.






Herzlichen Dank an

Freitag, 27. August 2010

Neuzugänge der Woche


Meine Buch-Kindheit spielt sich wieder vor meinem inneren Auge ab...
Eddy C. Bertin, Valentina und Die blutroten Zimmer
Blutrote Zimmer, in denen Kinder um Hilfe rufen. Immer wieder wird Valentina von diesem Alptraum geplagt. Und in dem neuen THeater Nosferatu spielt man Die roten Zimmer des Todes. Trotz Valentinas verzweifelter Warnung bewerben sich ihre Freunde Vickie und Freddie dort als Schauspieler. Doch erst als Vickie bei einer Probe verschwindet, begreift auch Freddie die Gefahr. Gemeinsam finden er und Val heraus, dass das Theater von einem Untoten beherrscht wird, der die Welt mit Hilfe von schwarzer Magie regieren will. Die Vorbereitungen sind getroffen für ein grausames Ritual...


Am Mittwoch sind von Soleil eingetroffen:
Dakota Banks, Dark Time - Mortal Path Book One
Three hundred years ago, she sold her soul to a demon. Now she wants it back.
For centuries, the woman calling herself Maliha Crayne has lived a second life - as an assassin for the malevolent creature who owns her soul. A haunted killer with the blood of countless victims on her hands, she has finally discovered a way to nullify the demonic pact that chains her: If she saves a life for every one she has taken, she will be free.
But if she fails, her punishment will be unspeakable, unendurable ... and neverending.

Glenna McReynolds, Kelch und Schwert
Wales, gegen Ende des 12. Jahrhunderst: Tief in den Felsenhöhlen von Carn Merioneth wartet ein geheimnisvoller Ort seit Jahrhunderten auf den einen Menschen, der den Schlüssel zu einem uralten Rätsel in sich trägt. Doch die junge, schöne Ceridwen ahnt nichts von ihren magischen Kräften - bis der Zufall sie in den Turm des Magiers Dain Lavrans führt. Als dann die sagenumwobene Nacht von Beltaine anbricht, geschieht das Unvorstellbare...



Maite Carranza, Der Klan der Wölfin
Juhu, knappe 5€ bei Jokers!
Seit Menschengedenken verstecken sich die Klans der friedlichen Omar vor den blutrünstigen Odish. Sie warten auf die Ankunft der Auserwählten, die laut der Prophezeiung von O dem erbitterten Krieg der Hexen ein Ende bereiten wird.
Nun deuten alle Zeichen darauf hin, dass dieser Zeitpunkt gekommen ist. Die vierzehnjährige Anaíd führt mit ihrer Mutter Selene ein zurückgezogenes Leben in einem kleinen Dorf in den Pyrenäen. Sie ahnt nicht, welche Geheimnisse die Frauen ihrer Familie hüten...
Bis Selene eines Tages spurlos verschwunden ist und Anaíd mit einer entsetzlichen Wahrheit konfrontiert wird. Ist Selene in der Gewalt der Odish? Entschlossen, ihre Mutter zu retten, macht Anaíd sich auf einen langen Weg voller Gefahren und Entdeckungen.

Kelley Armstrong, Frostbitten
Ein neues Abenteuer mit Elena... wie ich diesen Werwolf-Klan liebe! Ich hoffe ja, dass das Rudel auch mal in der YA-Reihe von Armstrong auftaucht (Darkest Powers: The Summoning, (Schattenstunde) The Awakening (Seelennacht), The Reckoning; Darkness Rising: The Gathering, ?, ?)
For Elena Michaels, being the world's only female werewolf has its advantages, such as having her pick of the Otherworld's most desirable males. And she couldn't have picked a more dangerously sexy and undyingly loyal mate thatn Clayton Danvers. But now their bond will be put to the ultimate test. A werewolf more wolf than human and more unnatural than supernatural - a creature whose origins spring from ancient legend - is hunting human prey, and Elena and Clayton must track the predator deep into Alaska's frozen wilderness.
But the personal stakes are even higher. Either Clayton or Elena has been chosen to become the new Pack leader, and every wolf knows that there can be only one Alpha. The couple have always been equals in everything. Now, when their survival depends more than ever on perfect teamwork, will instinct allow one of them to lead and the other to follow?
Ich bin schon so aufgeregt!

[Weekly Events 2010] #7

>> Anne
>> Bettina

+hust+ Ja, ich weiß, ich beantworte nicht immer alle Fragen... manchmal fehlt mir einfach die Zeit dazu - und wenn ich sie dann wieder habe, hat mein Wassersiebhirn schon vergessen, dass ich das noch machen wollte... dafür aber diese Woche wieder!

Könntest du dir vorstellen selbst Schriftsteller zu werden? Warum ja, warum nein?
 Ja, das könnte ich mir vorstellen. Ist sogar mein Kindheitstraum. Aber ich erliege nicht der Illusion, dass ich gleich das große Geld als Schriftsteller verdienen würde... aber schön wäre es schon, wenn mal andere Leute meine Geschichten in Händen halten.
Kurzgeschichten habe ich schon sehr früh zu schreiben begonnen, mit 14 habe ich mich an meinen ersten Roman gewagt, der in Word bei 12pt über 200 Seiten hat und immer noch nicht fertig ist... inzwischen bin ich damit auch nicht mehr zufrieden, der Schreibstil ändert sich ja noch enorm. Irgendwann habe ich mal angefangen, die Geschichte zu überarbeiten, inzwischen gab es aber einige andere Projekte, die größeren davon können sich auch sehen lassen, wenn ich auch schon lange nicht mehr Zeit hatte, daran zu schreiben - was wirklich, wirklich schade ist. Mir blutet immer das Herz, wenn ich daran denke... Von meinen drei größeren Projekten hat das eine in Wort (selbe Bedingungen wie beim ersten Projekt) 100 Seiten, das zweite 85 und das dritte ist ein Gemeinschaftsprojekt mit einer Freundin. Das hat inzwischen saftige 145 Seiten und ist sogar hier zu finden.
Ich hoffe also mal, dass das Schreiben zeitlich bald wieder vereinbar ist, denn glücklich macht es mich allemal!

Donnerstag, 26. August 2010

[Rezension] Nalini Singh, Engelszorn (Gilde der Jäger 2)

Kartoniert mit Klappe
Seiten: 400
Originaltitel: Guild Hunter. Archangels` Kiss
ISBN: 978-3-8025-8275-2
9,95€ [DE] 10,30€ [AT]

Inhalt (lt. Rückentext):
Der Kampf gegen einen abtrünnigen Engel kostete Elena Deveraux fast das Leben. Nur die Liebe des Erzengels Raphael bewahrte die Jägerin vor dem sicheren Tod - und verwandelte sie selbst in einen Engel. Das weckt die Aufmerksamkeit der Unsterblichen Lijuan, der Herrin der Toten. Sie spricht eine Einladung aus, die nicht einmal Raphael ausschlagen kann...

Zum Buch:
Elena Deveraux, geborene Jägerin, wacht nach einem Jahr im Koma auf. Davor war sie auf der Jagd nach einem abtrünnig gewordenen, mordenden und Menschen abschlachtenden Erzengel. Dabei hat sie sich auch noch in den Erzengel Raphael verliebt und weit mehr über die Welt der Engel erfahren, als sie jemals wissen wollte.
Und nun gehört sie selbst in diese Welt. Denn Raphael hat das Unmögliche möglich gemacht: Um Elena vor dem sicheren Tod zu bewahren, verwandelte er sie in einen Engel. Nun wird Elena als Kuriosität gehandelt, schließlich gab es noch nie einen Sterblichen, der in einen Engel verwandelt wurde.
Elena selbst muss sich mit ihrem neuen Dasein erst abfinden. Abgesehen von den neuen (und wunderschönen) Flügeln gibt es einiges zu verdauen: Dass sie ein Jahr im Koma lag, ihre Unsterblichkeit, die überraschend heftige Liebe zu dem fordernden und alles andere als einfachen Erzengel, der schon mehr Jahrhunderte erlebt hat, als Elena sich überhaupt vorstellen kann.
Lange kann sich die Jägerin damit allerdings nicht aufhalten, denn sie erhält die Einladung zu Lijuans Ball - der chinesische Erzengel ist bekannt für seine Interesse am Tod und Raphael bangt um Elenas Sicherheit. So schnell wie möglich muss sie wieder zu Kräften kommen und das Fliegen meistern, wenn sie sich der Unsterblichen stellen - und überleben - will.

Rezeption:
Überzeugt hat mich die Geschichte ja schon mit Engelskuss. Die Idee dieser Welt wird als eine perfekte Kombination aus Bekanntem und Innovativem in Engelszorn fortgeführt.

Die modernen Städte werden von verschiedenen Erzengeln überwacht. So hat Raphael die Herrschaft über New York. Außerdem sind Engel nicht himmlische, friedliebende Boten. Stattdessen sind sie herrsch- und rachsüchtig, egozentrisch und grausam. Für die Sterblichen haben sie wenig Verständnis. Da sind ihnen die Vampire schon näher, die sie selbst erschaffen - denn auch diese Idee ist neu: Nicht ein Vampir erschafft einen Vampir, sondern das ist die (Auf-)Gabe der Engel. Dennoch saugen auch hier die Vampire kräftig Blut und sind keine Glitzerfeen.

Die Gilde der Jäger tritt in diesem Band eher in den Hintergrund, wenn auch die Institution als solche immer noch eine Rolle spielt. Vor allem, da Elena trotz ihrer Verwandlung nicht ihre Fähigkeit verloren hat, Vampire aufzuspüren. Stattdessen hat sich diese in gewissem Maß noch verfeinert - sie kann (teilweise) auch den Geruch von Engeln wahrnehmen und sie so verfolgen.
Und obwohl die Gilde eine kleinere Rolle spielt und Elena sich sehr auf ihre Rehabilitation konzentrieren muss, wird die Geschichte keinen Deut langweiliger. Denn auch jetzt noch gibt es einige Gefahren und Fragen, die abgewehrt und beantwortet werden müssen. Jemand trachtet Elena nach dem Tod, das wird schon bald klar.
Um besser mit ihrem neuen Körper zurechtzukommen, lernt Elena mehr über das Leben der Engel und da kommt es gut, dass Raphael sie in den Zufluchtsort gebracht hat. Hier leben die Engel ungestört und ziehen ihren Nachwuchs auf.
Allein dieser Fakt ist schon erwähnenswert: Die Jung-Engel (besonders Sam) sind so liebenswert dargestellt, dass man sie gleich mögen muss - und versteht, wieso es oberstes Gesetz der Engel ist, niemals ein Kind zu verletzen. Kinder unter Engeln sind selten und werden dementsprechend behandelt und beschützt. Ebenso wie diese kleinen Engel muss Elena erst alles über die Welt der Engel lernen. Das tut vor allem dem Leser gut, der auf recht einfache und unkomplizierte Weise ein gutes Bild über das Gefüge dieser Gesellschaft erhält. Vor allem wird auch klar gemacht, dass Engel keine Menschen sind und es nie waren, weswegen sie auch anders empfinden, schließlich haben sie ein um einiges längeres Leben vor sich.

Die Action setzt nicht gleich ein, lässt aber auch nicht lange auf sich warten. Es gibt die bewährten Kampfszenen, die gut und realistisch beschrieben sind. In Trainingseinheiten verfeinert Elena ihre Kampftechniken und dabei lernt sie mit ihren Flügeln umzugehen, die die gewohnten Bewegungsabläufe natürlich erschweren.
Da Jagd auf den neu erschaffenen Engel gemacht wird, hat Elena es natürlich auch mit richtigen Feinden zu tun, es fließt Blut, Glieder werden ausgerissen und generell wird an nichts gespart.

Für mich sehr positiv anzumerken ist der willensstarke und unbezwingbare Charakter Elenas. Obwohl Raphael ein Macho der Sonderklasse ist und nicht viel von Widerspruch und Eigeninitiative hält, wehrt Elena sich, klein bei zu geben und setzt ihren Kopf durch.
Und gerade das ist das Wunderbare an der Beziehung zwischen Raphael und Elena, die ja erst mit dem zweiten Teil der Reihe wirklich anfängt, denn die beiden bleiben sich und ihrer Natur treu, ohne den anderen in seinem Wesen zu beeinträchtigen. Keiner von beiden wird plötzlich häuslich oder weich, die Kriegernatur bleibt ihnen erhalten und trotz Meinungsverschiedenheiten kommen sie gut damit zurecht.
Was die Charakterentwicklung Elenas angeht: Singh konzentriert sich hier auch sehr auf Elenas schreckliche Kindheit, in der sie ihre beiden Schwestern und ihre Mutter durch einen Vampir verlor. Immer wieder holen die Erinnerungen ein und man taucht mit Elena gemeinsam in diesen grausamen Tag ab. Sie selbst erinnert sich immer mehr an das, was passiert ist und muss damit umzugehen lernen - wobei ihr Raphael hilft, zumeist mit Sex - was ich jetzt nicht gerade als die beste Therapie empfinden würde, aber ich würde mich sicher nicht beschweren - und immer wieder einem post-coitalen Gespräch, in dem Raphael seine Lebensweisheit und Liebe zu Elena beweist. In dieser Hinsicht ist der Prachtjunge nämlich ganz schön verletzlich, Elena ist seine einzige Schwachstelle, doch das kommt nur in zärtlichen Gesten und einem liebevollen Wort hier und da hervor. Ansonsten bleibt er der schöne Grobian. Hier ein verdeutlichendes Zitat von Seite 68f:
"Du leuchtest."
"Tue ich das?" Finger lösten ihren Zopf, kämmten durch ihr Haar. [...]
Ihr Herz setzte aus, als sie die Bestätigung für diese Ungeheuerlichkeit in seinen Augen fand und deren Abscheulichkeit zu begreifen suchte. "Du willst doch nicht sagen, dass sie Menschen wirklich wieder zum Leben erwecken kann, oder?"
"Leben würde ich das nicht nennen." Er senkte den Kopf und presste seine Stirn an ihre.
Sie ließ die Hand in sienen Nacken gleiten und drückte ihn an sich, als er ihr Dinge erzählte, die kein Sterblicher ahnte.
 Die Charaktere von Elena und Raphael entwickeln sich parallel zu deren Beziehung, die durch diverse Umstände einiges zu überstehen hat, dabei aber nie ins Wanken gerät. Ein bisschen Sicherheit kann in dem Genre nun wirklich nicht schaden und ich weiß gern, woran ich bin und möchte nicht durch ein Dutzend elender Beziehungsdramen geschleift werden.

Ein Wort zur Umschlaggestaltung: Ich bin absoluter Fan der Klappenbroschur und daher auch sehr glücklich, dass sehr viele Taschenbücher inzwischen in dieser Form erscheinen. Schrecklich finde ich allerdings den Hang zu uniformen Covern, wie ich schon an anderer Stelle erwähnt habe. Gerade wenn es im Original so passende und stimmungsvolle Cover gibt, die zu übernehmen immer noch besser wäre, als ein nichtssagendes zu kreieren. Zum Glück bin ich kein Cover-Käufer, denn allein optisch hätte mich dieses Buch nun wirklich nicht angesprochen.

In Engelszorn gibt es mal eine andere Art von Engeln: die sind gerne einmal so richtig böse und schwingen sich lieber selbst zu Göttern auf als einem zu dienen. Die Handlung ist eine gelungene Mischung aus Spannung, Erotik und Fantasy, die viel für den Fortgang der Reihe verspricht.


Zur Autorin:
Nalini Singh, auf den Fidschi-Inseln geboren, wuchs in Neuseeland auf. Nachdem sie als Rechtsanwältin und Lehrerin tätig war, begann sie 2003 mit dem Schreiben von Liebesromanen und feiert seither große internationale Erfolge.
www.nalinisingh.com


Herzlichen Dank an
Lyx


Mittwoch, 25. August 2010

Die Monotonie unter den Fantasy-Covern (zweiter Nachtrag)

Langsam würde ich mir ja wieder mal innovativere Cover wünschen... Inzwischen lässt sich in der Urban-Fantasy ja ein gewisses Gleichmaß finden - zumindest bei den Covern der Übersetzungen.
Man vergleiche:

Hier gefällt mir das englische Original um Längen besser.
Besonders traurig: In der deutschen Version wurde nicht mal die Frau von einem anderen Blickwinkel fotografiert - das Bild ist einfach vollkommen recycelt.

Obwohl mir die von Marjorie M. Liu ja noch ganz gut gefallen...
Hier noch ein Nachtrag: Bei dieser Reihe hat sich der Verlag erst später entschieden, auf Mainstream zu machen --> Cover Band 1 <--





Ich könnte noch massenhaft weitere Beispiele posten, doch ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus will: Wann ist die Grafikabteilung auf Urlaub gegangen?
Das Selbe lässt sich übrigens auch bei YA-Fantasy-Romanen anwenden, die zumeist à la Twilight daher kommen.

Marketing, schön und gut, aber irgendwann ist auch das ausgelastet. Oder was meint ihr dazu?

Im Endeffekt kommt es zu der Frage: Wo bleibt da die Liebe?

Montag, 23. August 2010

[Blogger-Mysterium] Hürde 1

ist geschafft. Stufe 2 wird eingeleitet. 
Ich bin übrigens begeistert über die rege Beteiligung und mich freut es, dass euch das Rätseln so viel Spaß macht - also, auf in die zweite Runde!

Der Lösungssatz der ersten Hinweise steht ganz richtig in den Kommentaren zum entsprechenden Post (für alle, die vllt noch rätseln wollen, schreibe ich ihn mal nicht hierher).

Die ersten Hinweise

zum Blogger-Mysterium sind heute per Mail rausgegangen. Noch wird damit nicht viel anzufangen sein, denn die restlichen Hinweise kommen erst im Laufe der Woche (also noch Donnerstag bis Sonntag). Erst dann ergibt das Ganze einen Sinn. Bis dahin kann gerätselt werden, wo der Hinweis ist und was er ist.
Wenn euch also ein Mail erreicht: In eurem Blog posten und mir hier den Link im Kommentar hinterlassen, damit ich das verlinken kann und alle Teilnehmer zu den Hinweisen finden.

Samstag, 21. August 2010

[Rezension/ Top Read] Jennifer Fallon, Die Götter von Amyrantha (Gezeitenstern-Saga 2)

Aufgepasst, High-Fantasy-Fans, die Gezeitenstern-Saga dürft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen!

kartoniert, Trade Paperback, K
Seiten: 576
ISBN: 978-3-8025-8179-3
14,95€ [DE] 15,40€ [AT]

Inhalt (lt. Rückentext):
Auf Amyrantha steigen die Gezeiten. Die Unsterblichen spüren, dass die Stunde ihrer Macht wieder näher rückt. Sie verlassen ihre Verstecke und versuchen, unerkannt einflussreiche Positionen zu besetzten, um die Menschheit zu unterwerfen.
Arkady, die junge Fürstin von Lebec, erkennt die Gefahr. Auch Declan, der Erste Spion des Königs, weiß, was hinter den Kulissen vorgeht. Beiden wollen der geheimen Bruderschaft des Tarots helfen, die den Unsterblichen seit Jahrhunderten Widerstand leistet. Doch die Macht der Gezeitenfürsten wächst unerbittlich...

Zum Buch:
Was für Konsequenzen es für Arkady haben würde, den verurteilten Verbrecher Kyle Lakesh zu verhören, wusste sie vor wenigen Monaten noch nicht. Inzwischen ist sie um einiges aufgeklärter: Nicht nur, dass sie genug gesehen hat, um zu wissen, dass Kyle wirklich Cayal, der unsterbliche Prinz ist - und die Unsterblichen somit wirklich existieren - sie hat immer noch mit ihren widersprüchlichen Gefühlen gegenüber Cayal zu kämpfen. Die eine Nacht, in der sie sich ihm hingegeben hat, ist Monate vergangen, seit sie auf dramatische Weise in Maralyces Mine getrennt wurden, hat Arkady den unsterblichen Prinzen nicht mehr gesehen.
Was nicht heißt, dass sie nicht auch weiterhin mit Unsterblichen zu tun hat. Im Gegenteil versuchen Jaxyn und Diala während ihrer Abwesenheit in Glaeba die Herrschaft an sich zu reißen. Und Jaxyn wartet nur auf den Moment, in dem er Arkady heimzahlen kann, dass sie ihn so abschätzig behandelt hat.
Inzwischen tauchen auch die anderen Unsterblichen aus ihrem Versteck auf, Tryan, Elyssa und Syrolee haben sich in Caelum eingenistet und sind kurz davor, das Reich zu übernehmen. Lukys hat ganz eigene Pläne und bleibt mysteriös wie eh und jeh.
Währenddessen hat Declan als Erster Spion alle Hände voll zu tun, schließlich ist er auch Mitglied der Bruderschaft des Tarots und sucht verzweifelt nach einem Weg, die Unsterblichen aufzuhalten. Dabei steigt die Gezeitenflut - und zwar schnell.
Und Cayal ist immer noch auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich umzubringen. Dabei hat er furchtbare Angst vor seinen Gefühlen zu Arkady - wenn er es zuließe, könnte er durch sie nämlich doch noch einen Grund finden, weiterleben zu wollen. Doch wenn Cayal es schafft, sie umzubringen, dann sind die Unsterblichen nicht mehr unsterblich und ihnen allen droht Gefahr... Die Lage spitzt sich in allen Punkten zu.

Rezeption:
Dank Jennifer Fallon weiß ich immer wieder, warum ich High Fantasy so schätze. Und die Gezeitenstern-Saga ist High Fantasy der Extraklasse. Immer wieder bin ich mit offenem Mund vor dem Buch gesessen und war ganz aufgeregt, wenn mir klar wurde, wie unglaublich ausgefeilt und perfekt konstruiert Welt und Handlung sind. Herrlich!

Weiterhin überzeugen die Charaktere mit unfassbare Tiefe und Authentizität.
Cayal, den ich schon seit Der unsterbliche Prinz zu meinem persönlichen Liebling auserkoren habe, ist auch diesmal mit Selbstmord-Gedanken beschäftigt, die immer wieder zum Schmunzeln anregen - genauso wie seine Geplänkel mit anderen Unsterblichen und die Schlagabtausche mit Arkady. Niemals habe ich einen weinerlichen Prinzen mehr gemocht als Cayal, denn er vereint in sich einfach eine unwiderstehliche Mischung aus Hochnäsigkeit, Attraktivität, Melancholie, Tiefsinnigkeit, Infantilität und Liebenswürdigkeit.
Auch Arkady enttäuscht nicht, immer wieder stolpert sie unvorhergesehen in prekäre Situationen, die sie auf irgend eine Weise immer wieder auf Unsterbliche treffen lassen. Auch sonst hat sie es nicht leicht im Exil in Torlenien, wo sie all ihr diplomatisches Geschick aufbringen muss, um auf gesellschaftlich sicheren Boden zu bleiben.
Jaxyn ist das Übel, das wir schon im ersten Teil kennen gelernt haben und trotz seines miesen Charakters muss man seiner Geschichte und Person dennoch fasziniert verfolgen, schließlich ist er ein gekonnter Intrigenspinner.
Auch Declan kommt auf seine Kosten, er hat mehr zu tun als je zuvor und versucht immer wieder der Frage auszuweichen, ob er nun Arkady liebt oder nicht (was er selbstverständlich tut). Man erfährt mehr über seine Herkunft - und die ist alles andere als uninteressant! Besonders am Ende des Buches wird ihm mehr Aufmerksamkeit geschenkt und in Teil 3 wird es wohl ebenso gehen.
Es gibt noch einen ganzen Haufen anderer erwähnenswerter Charaktere, doch ich belasse es für's erste bei den interessantesten.

Was mir auch diesmal sehr positiv aufgefallen ist, ist der Umstand, dass Fallon eine meisterhafte Erzählerin ist. Obwohl ich Erzählerperspektiven-Wechsel hasse wie sonst nichts, ist das bei Fallon etwas ganz anderes. Ich freue mich über jeden Wechsel, weil jeder Charakter ein neues Licht auf die Handlung wirft und zudem die Charaktere einfach so perfekt ausgearbeitet sind, dass es eine Freude ist, von ihnen zu lesen. Nicht einmal wollte ich ungeduldig vorblättern, um zu sehen, wann der Perspektivenwechsel nun endlich zu Ende geht (und das mache ich in solchen Fällen normalerweise immer).
Wie keine andere hat Fallon eine Welt voller Intrigen, Machtkämpfe und fantastischer Elemente geschaffen. Es ist einfach nur faszinierend mitzuerleben, wie die mächtigen Gezeitenfürsten nach tausend Jahren wieder an die Macht kommen und beginnen, die Welt ihrem Joch zu unterwerfen. Dabei liegt das Augenmerk nicht nur auf der Machtübernahme, sonder auch auf den Beziehungen der Unsterblichen untereinander und ihren individuellen Charakterzügen, die sie einerseits von Menschen so unterscheiden, sie zum anderen ihnen ähnlicher machen, als ihnen wohl lieb ist.
Ebenso erwähnenswert ist die Art, wie Fallon es immer wieder schafft, den Leser an den unmöglichsten Stellen zum Lachen zu bringen. Der Humor lebt unterschwellig fort, obwohl es natürlich auch sehr ernste und tragische Szenen gibt. Doch gerade wenn es um Unsterbliche geht, die sich manchmal etwas zu ernst nehmen oder ernste Menschen/ Crasii, die sich in ihren eigenen Worten verstricken oder sich ein Wortgefecht geben, gibt es immer wieder etwas zu Schmunzeln. Das erinnert ein wenig an Anne Bishop, die ungekrönte Königin der Dark Fantasy, die ihren bedeutungsschwangeren und in ihrer Illusion perfekt ausgeklügelten Welten wie Charakteren immer auch eine humorvolle Seite gibt und niemals nur Schrecken und Dramatik regieren lässt.

Langsam aber sicher bahnt sich die Apokalypse an und das weiß nicht nur die Bruderschaft des Tarots, sondern auch Cayal und Co. Bald wird offensichtlich, dass bei weitem nicht alle Unsterblichen nach vollkommender Macht streben, einige versuchen sogar, ihre Geschwister von ihren Vorhaben abzubringen. Dazu gehört zum einen die rebellische Maralyce, über die immer mehr interessante Details bekannt werden, zum anderen auch Cayal oder Lukys. Cayal will nur sterben und ihm ist egal, was die anderen Unsterblichen anstellen, doch Lukys hat ganz andere Pläne, er spinnt Cayal für diese ein und man bekommt die Ahnung von den großen Plänen, die vom wohl mächtigsten der Gezeitenfürsten in Gang gesetzt werden. Allein der Gedanke daran lässt mich schon aufgeregt werden und ungeduldig zum nächsten Buch greifen...

Ich könnte noch einiges mehr zu Die Götter von Amyrantha schreiben, doch ich halte mich zurück, da im Endeffekt nur eines stehen bleiben wird: Diese Tetralogie gehört unbedingt gelesen, gelebt und geliebt. Wer hier nicht die Macht der Gezeitenfürsten spürt, der muss schon vollkommen bar aller Emotionen sein.

Liebe Fantasy-Fans, wenn ihr einen Tipp von mir annehmen wollt, dann diesen: Lest diese Bücher!






Zur Autorin:
Jennifer Fallon wurde in Carlton, Australien geboren. 1990 begann sie mit dem Schreiben von Fantasy-Romanen, zehn Jahre später gelangt ihr mit der ersten Veröffentlichung auf Anhieb ein großer Erfolg: Mit der "Demon-Child"-Saga sprang sie auf die Bestsellerliste und feierte ihren internationalen Durchbruch. Unter dem Titel "Kind der Magie" erscheint die Saga seit 2004 in deutscher Sprache im Heyne Verlag. Jennifer Fallon ist neben Trudi Canavan und Sara Douglass der dritte Fantasy-Superstar aus Australien.
www.jenniferfallon.com

Freitag, 20. August 2010

Neuzugänge der Woche


Ich habe mich endlich daran gewagt. Meine Neugier hat über mich gesiegt... und da ich jetzt endlich wieder meinen geliebten riesengroßen Fernseher hab, werd ich mich ins Abenteuer stürzen +hehe+
Die Sookie-Stackhouse-Romane von Charlaine Harris verschlinge ich jetzt ja schon seit einigen Jahren, hatte leider nie die Möglichkeit, mir die Serie anzuschauen...

True Blood - Die komplette erste Staffel
Die Vampire haben sich öffentlich geoutet und leben jetzt unter uns. Da sie sich heute von synthetischem Blut ernähren brauchen sie kein menschliches Blut mehr. Oder doch?
Die Bevölkerung der Kleinstadt Bon Temps/ Lousiana ist bunt zusammengewüfelt: Da sind zum Beispiel die liebenswerte und naive Kellnerin Sookie Stackhouse (Oscar-Preisträgerin Anna Paquin), die niemandem verrät, dass sie Gedanken lesen kann; der 173 Jahre alte Vampir Bill Compton, der gerade in die Stadt zurückgekehrt ist; Sookies Bruder Jason, ein Frauenheld, der von einem Schlamassel ins andere gerät; die hartgesottene Tara, Sookies treueste und beste Freundin; Sam, Besitzer der Bar Merlotte's, der Sookie nie gesteht, was er für sie empfindet; Lebemann Lafayette, der ständig neue Coups plant; und weitere skurrile Bewohner, die das Dunkel der Nacht vorziehen, weil sie alle etwas zu verbergen haben. Diese in jeder Hinsicht einzigartige, von der Kritik gefeierte Serie wurde von keinem Geringeren als Alan Ball konzipiert, dem Autor des als Bester Film mit dem Oscar ausgezeichneten American Beauty und Schäpfer der Emmy-preisgekrönten HBO-Serie Six Feet Under - Gestorben wird immer.

Celine Kiernan, Schattenpfade
Rezensionsexemplar von cbt
Als die fünfzehnjährige Wynter, Tochter des Hohen Protektors Moorhawke, nach einer langen Reise in ihre Heimat zurückkehrt, ist nicht mehr, wie es einmal war. Der junge Prinz Alberon ist verschwunden und sein Vater, der früher so gütige König, hat sich in den Dienst dunkler Mächte gestellt. Er will seinen illegitimen Sohn, Synters besten Freund Razi, zwingen, den Platz seines Bruders einzunehmen. Wynter sieht sich vor erine schicksalhafte Wahl gestellt: Soll sie sich dem Willen des Königs und ihres Vaters beugen - oder gemeinsam mit Razi und dessen geheimnisvollem Gefährten Christpher gegen die dunklen Mächte im Reich kämpfen?

Jacquelyn Frank, Jacob (Schattenwandler)
Rezensionsexemplar vom Argon Hörbuch-Verlag. Gelesen von Tanja Geke.
Seit Anbeginn der Zeiten gibt es die geheimnisvollen Schattenwandler. Die Liebe zu Sterblichen ist ihnen verboten, und ein Mann wacht darüber, dass dieses Gesetz niemals gebrochen wird: Jacob. Jahrhundertelang widerstand er jeglicher Versuchung. Doch als er die schöne Bibliothekarin Isabella rettet, flammt ein Begeheren in ihm auf, das er nie zuvor gekannt hat. Und nun ist es Jacob selbst, der das eherne Gestz der Schattenwandler bricht.

Sebastian Fitzek, Die Therapie
Wenn Weltbild mal einen Fitzek um knapp 4€ rausbringt, muss ich einfach mal einen lesen!
Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche: Josy, die zwölfjährige Tochter des Star-Psychiaters Viktor Larenz, ist vor vier Jahren verschwunden. Viktor hat sich seitdem in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Aber eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf und bittet ihn um eine Therapie, weil sie von Wahnvorstellungen geplagt wird. Darin taucht immer wieder ein Mädchen auf. Bald wird aus der Therapie ein dramatisches Verhör...


Dienstag, 17. August 2010

[Rezension] Rachel Ward, Numbers

368 Seiten, 13,3 x 19,8 cm
Klappenbroschur mit Prägung und Spotlackierung
ab 14 Jahren
€ (DE) 13,95 € (A) 14,40 sFr 25,90
ISBN 978-3-551-52007-4

Inhalt (lt. Klappentext):
Seit dem Tod ihrer Mutter weiß Jem, dass sie eine furchtbare Gabe besitzt. Deshalb meidet sie Menschen, ist am liebsten allein. Bis sie Spinne kennenlernt und mit ihm das Leben. Zum ersten Mal ist sie beinahe so etwas wie glücklich. Doch als Spinne und sie gemeinsam zum Londoner Riesenrad fahren, passiert es - um sie herum haben plötzlich alle dieselbe Zahl. Jem weiß: Etwas Furchtbares wird passieren. Heute. Hier. Fluchtartig verlassen Spinne und Jem das Gelände. Und lösen damit eine Kettenreaktion aus. Die beiden werden zu Gejagten. Von der Polizei, den Menschen, den Medien. Und Spinnes Todestag rückt näher und näher...

Zum Buch:
Jem sieht das Sterbedatum aller Menschen, denen sie ins Auge sieht. Deswegen meidet sie den Kontakt zu anderen. Deswegen und aufgrund ihrer sehr schwierigen Kindheit. Sie ist gerade mal fünfzehn Jahre alt und war schon bei mehreren Pflegefamilien. Ihre Mutter starb an einer Überdosis, als Jem acht war. Jem möchte gar nicht wissen, wann die Leute um sie herum sterben werden. Und sie möchte es bestimmt niemanden sagen, niemand sollte wissen müssen, wann er stirbt, ist ihre Meinung.
Sie lebt zurückgezogen, bis sie Spinne trifft. Spinne, der so anders ist, aber irgendwie immer das Richtige sagt. Der schlacksige Schwarze mit unangenehmen Ausdünstungen, den Jem näher an sich heranlässt als jeden anderen Menschen jemals zuvor.
Als Jem beim London Eye in den Augen aller Umstehenden die selbe Zahl sieht, weiß sie, dass etwas Schreckliches passieren wird. Gemeinsam mit Spinne flieht sie, kurz nachdem eine Bombe das London Eye zerstört hat. Von da an werden sie beide gesucht und müssen das Weite suchen, denn Spinne hat auch in der Dealer-Szene einigen Dreck am Stecken. Sie begeben sich auf eine Flucht, die das größte Abenteuer von allen werden soll. In dem Jem die Liebe und das Leben kennen lernt, ebenso wie die Akzeptanz des Unvermeidlichen.

Rezeption:
Schon allein die Handlung klang vielversprechend. Jetzt, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, bin ich einfach nur hin und weg. Viel mehr als ein Fantasy-Buch ist Numbers ein Jugendbuch voller Problemthemen. Rachel Ward zeichnet das Leben derer nach, die am Rande der Sozialisation stehen, jene, die von allen bereits aufgegeben wurden und die auch nicht viel vom Leben erwarten dürfen. Problemkinder, über die man lieber hinweg sieht als sich der echten Probleme anzunehmen.

Jem ist genauso, wie man es von einem Kind im Rad der Sozialhilfe erwarten würde. Von einer Familie zur anderen geschleust, hat sie schon längst alle Hoffnungen auf eine Zukunft aufgegeben. Sie lebt in sich gekehrt und vermeidet Kontakt zu anderen Menschen so gut es geht. Nach außen hin ist sie hart, immer auf Kampf aus und in ständiger Abwehrhaltung. Die Schule ist ihr egal, ihr Leben ist ihr egal - sie möchte nur endlich nicht mehr die Todeszahlen anderer Menschen sehen müssen. Und in Ruhe gelassen werden.
Doch gerade Spinne entzieht sich diesem Wunsch und nähert sich Jem immer wieder. Unbeirrt arbeitet er an einer Freundschaft und schließlich merkt Jem, dass sie tatsächlich einen Freund gefunden hat, der sie zum Lachen bringen kann, mit dem ihr Leben nicht ganz so einsam ist.
Jem ist bestimmt kein umgänglicher Charakter, doch sie hat Profil, richtige Tiefe. Man kann nicht anders, als mit ihr mitzufühlen und zu verstehen, warum sie sich verhält, wie sie sich verhält. Das schafft Authenzität und die ist wichtig bei Romanfiguren. Im Gegensatz zu vielen anderen Charakteren ist Jem nicht wie jeder von uns, aber sie ist das Produkt mangelhafter Erziehung, mieser Umfelder und psychischer Schutzmechanismen.
Gerade das macht ihre Freundschaft mit Spinne zu etwas Faszinierendem. Man bemerkt, wie Jem langsam aus sich herauskommt und endlich wieder zu leben beginnt - sich zu verlieben beginnt. Sie schöpft wieder Hoffnung auf eine Zukunft und ist dennoch innerlich zerrissen, da sie das Todesdatum Spinnes kennt und nichts dagegen tun kann. Verzweifelt beschließt sie, den Moment zu genießen.

Erzählt wird aus Jems Sicht. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in ihre Welt und auch das Vokabular entspricht voll und ganz Jems Art. Das Buch ist ganz in der Sprache der Jugend gehalten und lässt sich dadurch locker und schnell lesen. Mit etwas über 360 Seiten ist das Buch auch schnell durchgelesen - wenngleich, das nicht auf wenig Handlung schließen lässt. Im Gegenteil, jede Seite ist voller Information, es wird niemals langweilig, es gibt immer das eine oder andere an dem man zu Kauen (oder zumindest nachzudenken) hat.

Obwohl der Tod in all seinen Facetten hier im Blick behalten wird, ist Numbers eine Hommage an das Leben, an Freude, Freunschaft und Liebe. Und nicht zuletzt an die Hoffnung.

Zur Autorin:
1964 geboren, wuchs Rachel Ward in der Grafschaft Surrey südlich von London auf und studierte Geografie in Durham. Erst mit 40 Jahren widmete sie sich dem Schreiben. Auf Anhieb landete ihr Debüt "Numbers" auf zahlreichen Nominierungslisten englischer Jugendbuchpreise. Rachel Ward lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Bath, England.

Herzlichen Dank an
Chicken House

Montag, 16. August 2010

Letzter Tag für die Gewinnspiel-Anmeldung (News)

Update: Die Anmledungsphase ist vorbei, im Laufe der Woche wird es erste Hinweise geben - und es gibt  gute Neuigkeiten: teilnehmen dürfen alle, Hinweise bekommen aber nicht alle. Allerdings müsst ihr beim Rätseln zusammenhalten und da macht es mit mehr Leuten sicher mehr Spaß :)

Für alle, die noch am Überlegen sind: Heute ist der letzte Tag für die Anmeldung, morgen werden weitere Schritte in Gang gesetzt ^^
Um zum entsprechenden Post zu kommen, klickt ihr einfach






<-- hier links auf das Blogger-Mysterium-Symbol. 
Viel Spaß und einen schönen Sonntag wünsche ich euch allen!

Sonntag, 15. August 2010

Phase 3

HEXIJÜ

Schön, dass ihr hergefunden habt! An dieser Stelle möchte ich etwas ganz Einfaches von euch: Schreibt mir in einem Kommentar, was euch an Büchern so fasziniert.
Da sehe ich dann auch, wer es hierher geschafft hat - außerdem lese ich immer wieder gerne über die Sucht von anderen...



Bild von sxc